Ich wurde als Basileus Benjamin Bosch auf den Tag genau fünf Jahre nach Gründung des ersten deutschen Frauenhauses im Rheinland geboren. Schon im Alter von sieben Jahren verfasste ich einige Prosaarbeiten, von denen eine Urlaubspostkarte an meine Großeltern erhalten ist. Dieser Text aus meiner frühen Schaffensperiode ziert mit folgenden Worten die Postkarte mit dem Bild eines hochsauerländischen Wanderweges:

"Hallo Oma und Opa! Geht es Euch gut? Uns geht es gut. Das Wetter ist gut. Das Essen auch."

Die Verbindung, die sich von den Großeltern zum Enkel und wieder zum Himmel

zieht und jedes Mal mit dem Wort gut schließt, fasst das ganze Universum in wenigen Worten zusammen. Das Band zwischen den Großeltern und dem Enkel wird so auf unverwechselbare Weise mit dem Göttlichen verwebt. Deshalb auch die dreimalige Schreibung des Wörtchens gut. Ein Symbol für die Dreifaltigkeit. Auch der auffällige Parallelismus unterstreicht die Würde dieser Zeilen. Dass der Text mit einem Satz endet, der aus drei Wörtern besteht, die sich zumal mit jenem Bedürfnis befassen, das dem Menschen das wichtigste ist, überrascht keinen Kenner der römischen Rhetorik. Bedauerlicherweise wurde damals niemand auf mein viel versprechendes

Potential aufmerksam. So verlief mein Leben ordnungsgemäß, und ich wurde nicht vorzeitig von der Schule abberufen und auf eine Hochbegabtenuniversität für Poesie und Prosa geschickt.

Nach Abitur und Ersatzdienst, der übrigens literarisch noch vollkommen unaufgearbeitet ist (!), verschlugen mich die Fata in die Hauptstadt, wo ich nunmehr vor allem lebe, aber auch schreibe und studiere.